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Fischbestände
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Treibnetze

DE: Treibnetze
EN:
Driftnets, drifting gillnets
FAO -Alpha-Code: GND
ISSCFG: 07.2.0

Treibnetze sind lange, vertikal im Wasser ausgerichtete Kiemennetzwände. Die Kopfleine ist mit Auftriebskörpern und die Grundleine mit Gewichten versehen. Die Netze driften in der Strömung (an der Oberfläche oder im Freiwasser), sind aber meist mit dem Fischereischiff über eine Leine verbunden. Mehrere Treibnetze können zu einem Fleet zusammengefügt werden. Hochsee-Treibnetze mit über 2,5 km Länge sind weltweit verboten.

Zielarten: Insbesondere pelagische Schwarmfische wie Hering, Makrele, Sardine, sowie Lachse, Thunfische, Schwertfische und Kalmare.

Einsatzgebiet: Weltweit, vor allem im Meer.

Umwelteinflüsse: Die Größenselektivität der Treibnetze ist für die jeweilige Zielart sehr hoch, der Anteil untermaßiger Fische somit gering. In bestimmten Gebieten kann es zu Beifang von Meeressäugern, Seevögeln, Mondfischen, Haien und seltener Schildkröten kommen. An Möglichkeiten, diese Beifänge zu reduzieren, wird intensiv geforscht.
Die Vereinten Nationen haben 1991 ein Verbot der Nutzung von Hochsee-Treibnetzen mit über 2,5 km Länge beschlossen (in Kraft seit Ende 1992). Zuvor erreichten diese Netze Längen von bis zu 60 km. Es gibt ernsthafte Bedenken, dass es trotz des Verbotes zum Einsatz zu langer Treibnetze kommt. In der Ostsee ist der Einsatz von Treibnetzen generell verboten.
Verlorengegangene Kiemennetze oder Teile davon können für eine gewisse Zeit weiterfischen („ghost fishing“), da die synthetischen Fasern nicht verrotten. Wenn die Schwimmkörper mit zersetzbaren Materialien an den Netzen befestigt werden, sinken verlorene Geräte schneller zu Boden und das Problem wird reduziert.
Die Fischerei mit Kiemen- und Verwickelnetzen hat im Vergleich zu verschiedenen aktiven Fischereimethoden einen geringen Energieverbrauch.

Fischereifahrzeuge: Offene Boote bis hin zu großen spezialisierten Hochseefahrzeugen.

Literaturquellen